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Stadtnachrichten

Sommerinterview 2023 mit Oberbürgermeister Michael Scharmann


Das Parkforum im Bürgerpark Grüne Mitte ist fertig, die Stadtbücherei bald auch, für das Funktionshallenbad am Bildungszentrum gab es erst kürzlich den feierlichen Spatenstich und auf dem Schönbühl soll in absehbarer Zeit ein Solarpark entstehen: Es tut sich was in Weinstadt, und zwar nicht wenig. Wir haben uns mit Oberbürgermeister Michael Scharmann über die vielen Projekte in Weinstadt unterhalten und blicken dabei auf ein spannendes Jahr.

Herr Scharmann, hätten Sie noch vor einem Jahr gedacht, dass Weinstadt bald einen der größten Solarparks in der Region Stuttgart hat?

Ganz und gar nicht. Umso größer ist nun die Freude über dieses große Vorhaben unserer Stadtwerke Weinstadt. Wenn alles nach Plan läuft, werden wir den Solarpark bereits im Sommer 2025 in Betrieb nehmen können. Die Module sind dann in der Lage, mindestens zehn Megawatt Peak für die Haushalte und Betriebe in der Stadt zu liefern. Das ist ein großer Schritt in Richtung Energiewende – und vor allem in Richtung Energiesicherheit.

Apropos Energiewende: Der städtische Klimaschutzmanager Friedrich Huster ist nun seit mehr als einem Jahr im Amt. Was hat sich inzwischen getan? Und was sind die Planungen für die nahe Zukunft?

2023 ist für Weinstadt in Sachen Klimaschutz ein äußerst wichtiges Jahr. Der Klimaschutzaktionsplan ist in Arbeit. Er soll nicht nur für die Verwaltung, sondern für die gesamte Stadtgesellschaft ein Fahrplan in die Klimaneutralität darstellen. Vor Kurzem wurde zudem der Expertenrat Klimaschutz gegründet, der als neues Gremium den Wandlungsprozess begleitet. Auch haben wir diverse Förderprogramme aufgelegt, die sehr gut angenommen werden. Und wir setzen unser Klimaschutz-Sofortprogramm um mit mehr als 30 Sofortmaßnahmen – um nur ein paar Dinge zu nennen.

Gestern haben mit dem offiziellen Spatenstich die Bauarbeiten für das neue Funktionshallenbad am Bildungszentrum begonnen. Welche Bedeutung hat dieses Projekt für Weinstadt?

Es ist auf alle Fälle ein Meilenstein für uns – wenn dieses Wort überhaupt die Größe und Bedeutung dieses Projektes für uns fassen kann. Seit dem Ende des Cabrios haben sich Viele Gedanken über ein neues Hallenbad gemacht, gerade auch, weil die Technik im Stiftsbad absehbar nicht mehr allzu lange durchhält. Alles war offen: Lage, Größe, Finanzierung – auch des späteren Betriebs. Und dann kam 2020 die Lösung. Und nun der Spatenstich. Wenn alles nach Plan läuft, können wir im Juni 2025 anbaden.

Etwas früher fertig wird ein anderes wichtiges Projekt für die Stadt: die Stadtbücherei…

Genau. Da müssen wir nur noch bis Januar 2024, also gerade mal ein halbes Jahr warten, bis wir unsere Bücher in der neuen Stadtbücherei ausleihen und schöne Veranstaltungen dort erleben können. Die Rohbauabnahme ist erfolgt, die Möblierung ist ausgesucht – und im Gemeinderat haben wir erst vor wenigen Tagen über die Außengestaltung der Ulrichstraße und Marktstraße gesprochen.

Die Stadt Weinstadt investiert auch in die Infrastruktur für die Bildung. Welche Fortschritte gibt es auf der Baustelle der Silcherschule?

Der Interimsbau steht ja seit April und wird rege genutzt. Die Abbrucharbeiten sind Mitte Juni abgeschlossen worden. Derzeit werden Leitungen für Fernwärme, Strom, Daten und Telefon verlegt. Und die Rohbauarbeiten für die Dorfscheune und die Gartenschule beginnen im September. Diese Gebäude sollen bis Mitte 2025 fertig sein. Mitte 2026 wird dann auch die Sanierung des Bestandsgebäudes abgeschlossen.

Bereits fertig ist ein anderes Projekt: das Parkforum im Bürgerpark Grüne Mitte. Welchen Eindruck haben Sie von dem Gebäude?

Mir gefällt der schlichte Stil und die besondere Konstruktion der Pergola. Derzeit arbeiten wir an einem Nutzungskonzept – und schon bald können Verein und Institutionen das Forum für ihre Veranstaltungen nutzen.

Das sind ja jede Menge Projekte…

Es ist schön zu sehen, wie sich Weinstadt entwickelt. Was sich da alles tut. Wir haben an viele Projekte einen Knopf drangemacht. Wir haben erst über vier große Vorhaben gesprochen. Doch es tut sich noch mehr. Wir haben ein neues Beachvolleyballfeld in Schnait, das Familienzentrum hat neue Räume in Endersbach. Das Hochwasserrückhaltebecken im Schachen ist weiter im Bau. Der Glasfaserausbau läuft auf Hochtouren in Schnait und in Strümpfelbach.

Und nicht nur im Baulichen, bei der Ertüchtigung unserer Infrastruktur und bei der Daseinsvorsorge bewegt sich etwas: In den vergangenen zwölf Monaten haben wir einen neuen Jugendgemeinderat bekommen. Gestern war die konstituierende Sitzung des WeiBIM und der Stadtseniorenrat hat sich ebenfalls neu aufgestellt. Nach 25 Jahren haben wir unseren Stadtwengerter Gerhard Bischoff verabschiedet. Seit April kümmert sich Achim Stilz um unseren Stadtweinberg. Um nur einige Beispiele zu nennen.

Nun zu etwas ganz anderem: Wie haben Sie die Bürgerrundgänge und Ihre Einsätze mit ihrem Schwätzbänkle persönlich empfunden?

Das ist etwas ganz Besonderes für mich. Im vergangenen Jahr hatte ich die Idee sowohl zu den Rundgängen als auch zum Schwätzbänkle. Durch Corona hatte in den Jahren davor der Kontakt zu den Bürgern stark gelitten, wenn er nicht gar unmöglich war. Als Oberbürgermeister wollte ich wieder aus erster Hand (oder Mund) wissen, wo den Bürgern der Schuh drückt, was sie vielleicht gut finden, aber wo es auch Verbesserungspotenzial in der Stadt gibt. Nach zwei Durchläufen mit den Rundgängen muss ich sagen: Das ist ein super Format, um ins Gespräch zu kommen. Ebenso beim Schwätzbänkle. Was ich dabei schätze, ist die Ehrlichkeit der Bürger. Sie sagen was ist. Und das ist richtig gut. So können wir als Verwaltung darauf reagieren, Dinge angehen und ändern – oder auch direkt erklären, warum sich manches nicht ändern lässt. Das kommt gut an. Nächstes Jahr geht es auf alle Fälle weiter mit den Rundgängen.

Wo drückt denn der Schuh bei der Stadtverwaltung?

Da muss ich ganz klar sagen: beim Fachkräftemangel. Die Stadtverwaltung hat viele auch hoheitliche Aufgaben, Pflichtaufgaben, die wir erfüllen und leisten müssen. Inzwischen wird es immer schwieriger, dafür nicht nur geeignetes Personal, sondern auch überhaupt Personal zu finden. Durch den Fachkräftemangel mussten wir etwa den Freibadstart diese Saison etwas nach hinten schieben, in den Kindergärten fallen immer wieder Randstunden für die Betreuung aus. Auch im Bürgerbüro und im Ausländeramt ist es zu spüren, wenn nicht genug Hände für all die anfallenden Aufgaben da sind. Dort haben wir intern umgesteuert und durch eine Umstrukturierung wieder Arbeitskraft für Passanträge und Co. generiert. An anderer Stelle geht das nicht so einfach. So ist und bleibt der Fachkräftemangel eine große Herausforderung – für die Verwaltung, aber auch für die hier angesiedelten Betriebe.

Was wird uns darüber hinaus in nächster Zeit in Weinstadt beschäftigen?

Die Sanierung und Erweiterung der Silcherschule in Endersbach wie bereits erwähnt. Ein großes Projekt mit einer Investitionssumme von 17 Millionen Euro. Auch im Bildungszentrum sanieren wir die Substanz der Schulen und der Kleinen Sporthalle. Bald soll auch der Auftaktplatz in Beutelsbach fertig werden, der als Entree für den Bürgerpark Grüne Mitte dienen soll. Besonders freue ich mich wieder auf unsere beiden Kirben, der Schnaiter Kirbe im August und der Beutelsbacher Kirbe im Oktober. Es ist schön, wenn solche alten Traditionen immer wieder mit Leben gefüllt werden.

Oberbürgermeister Scharmann auf der Luitenbächer Höhe

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